Hüftgelenk

Das Hüftgelenk macht in der Regel recht selten Schwierigkeiten. Am Bekanntesten ist mit Sicherheit die Arthrose, die dann häufig sogar ein künstliches Gelenk notwendig macht.

Nicht selten werden aber Beschwerden, die eigentlich aus dem Hüftgelenk kommen, teilweise sogar sehr lange  fehlgedeutet. ISG Blockierungen z.B. oder in der Gesäßmuskulatur lokalisierte Schmerzen werden sehr häufig als vom Rücken ausstrahlende Beschwerden interpretiert. Wenn diese Beschwerden aber z.B. beim Sitzen oder nach sportlichen Belastungen auftreten können Diese die Hüfte als Ursache haben. Auch in die Leiste strahlende Schmerzen werden häufig fehlgedeutet und einem Leistenbruch oder Bandscheibenvorfall zugeordnet. Dabei kann als Ursache für alle die eben genannten Beschwerden ein Engpass der Hüfte vorliegen. Dieses ist wahrscheinlich sogar viel häufiger als bisher vermutet der Fall, denn irgendwoher müssen die Arthrosepatienten ja kommen. Und soviel ist mittlerweile bekannt, der Hüftengpass ist eine sogenannte Präarthrose, also eine Vorstufe, die zur Arthrose führt.

Man unterscheidet im wesentlichen zwei Formen des Hüftengpasses. Ein Zangen- und ein Nockenwellenengpass. Meistens liegen aber Mischformen vor. Vereinfacht ausgedrückt kommt es beim Hüftengpass zu einem Anstoßen von Kugel bzw. Schenkelhals mit dem Pfannenrand, entweder weil die Pfanne oder eben der Kopf/Schenkelhalsübergang nicht optimal zueinander passen. Wie schon erwähnt können die Beschwerden unterschiedlicher Art sein und sowohl nach hinten , aber auch eher nach vorne ausstrahlen.

Anamnese, eine körperliche Untersuchung, Ultraschall- und Röntgenuntersuchung führen zur Diagnose. Meistens ist aber auch noch ein spezielles MRT mit Kontrastmittelgabe direkt ins Gelenk notwendig um sich ein komplettes Bild zu machen.

Die einzige ursächliche Therapie ist in der Regel ein operativer Eingriff. Dieser erfolgt arthroskopisch. Dabei wird entweder der Pfannenrand oder der Kopf/Schenkelhalsübergang mit einer kleinen Fräse angepasst, so dass kein mechanischer Konflikt mehr vorliegt. Begleitende Schädigungen am Knorpel oder der Gelenklippe können dabei auch behoben werden.

Alle anderen Therapie wie z.B. Spritzen, Physiotherapie, physikalische Maßnahmen und Tabletten können zwar die Beschwerden lindern, ändern aber nichts an dem grundsätzlichen Problem.

Ähnliche gilt auch für die Arthrose des Hüftgelenkes. Auch hier werden alle zuvor genannten Maßnahmen zur Beschwerdelinderung eingesetzt. Wenn der Leidensdruck aber irgendwann mal zu groß wird, sollte man ein künstliches Gelenk einsetzten. Dies ist heutzutage ein sehr sicherer, standardisierter Eingriff, der einem innerhalb von wenigen Wochen wieder ein gute Lebenqualität ermöglicht.

Um das Hüftgelenk herum gibt es aber auch noch Strukturen, die Beschwerden bereiten können. So läuft am großen Rollhügel eine kräftige Sehnenplatte die eine schmerzhafte Tonuserhöhung aufweisen kann und den zwischen Rollhügel und Sehnenplatte gelegenen Schleimbeutel reizen kann. Zur Diagnosefindung reicht meistens die körperliche Untersuchung. Ursächlich hierfür sind z.B. eine beginnende Arthrose, Überlastungen, muskuläre Ungleichgewichte, aber auch Knieprobleme oder Fußfehlstellungen. Auch hier versucht man zunächst mit den schon weiter oben erwähnten Möglichkeiten die akute Entzündung zu bekämpfen und dann in einem zweiten Schritt vorbeugend tätig zu werden.

Am großen Rollhügel setzten aber auch einige Sehnen an, die ähnlich wie an der Schulter entzündet, aber auch teilweise eingerissen sein können. Diese Veränderungen sieht man erst im MRT. Häufig sprechen die damit verbundenen Schmerzen gut auf entzündungshemmende Spritzen an. Sehr sinnvoll ist auch hier wieder die Stoßwellentherapie. Operationen sind nur in seltenen Fällen notwendig.

 

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